Logo

JourFix Tarock
Newsletter / Community Update
(Jänner 2022)

Zwischen Kriegsgefahr und staatlichen Zwangsmaßnahmen

Eigentlich ist der erste JourFix im Jahr immer hoffnungsfroh und voller Elan. Diesmal fiel uns das zugegebenermaßen etwas schwer. Während im Parlament in Wien die Büchse der Pandora geöffnet wird, stehen sich Ost und West an den Toren zur Ukraine mit Hass gegenüber. Das schlägt auf das Gemüt. Wir haben unsere Auszubildenden gefragt, wie sie persönlich damit umgehen. Außerdem stellen wir wie immer einen Ausblick auf 2022 aus Tarock-Sicht vor.

"Wie siehst du die aktuelle Situation?"

Wir haben ja schon im letzten JourFix unsere Lernenden darüber befragt, wie sie mit Homeoffice und dergleichen mehr aktuell auskommen. Diesmal haben wir sie gefragt, wie sie die aktuelle Situation sehen, wie sie damit umgehen und was sie sich von der Zukunft erwarten.

Die Sicht ist - und das gleich mal vorneweg - verheerend, depressiv und wenig verlockend. Die jungen Leute fühlen sich eingesperrt, auf Schritt und Tritt überwacht und ohne Zukunftsperspektiven bzw. erwarten noch viel schlimmere Ereignisse in nächster Zeit. Bildung, Kultur und dabei vor allem Jugendkultur sind geprägt von negativen Strömungen. Einige wollen den Wohnsitz oder gar das Land wechseln, aber haben weder die finanziellen Mittel noch die globalen Perspektiven, um diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Ein positiver Aspekt der letzten Monate war für viele, dass sie ihren Familien näher als bisher sind. Dieser Druck von außen hat die Stärke der Familien wieder aufgewertet. Auf die Zukunft angesprochen sehen die Meisten kaum eine Möglichkeit, den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen: Freundschaften, Liebe, Beziehungen oder Kinder sind in weite Ferne gerückt. Während angehende Informatiker generell schon immer eher als Nerds oder Freaks (je nach Sichtweise des Betrachters) wahrgenommen werden, wird diese Situation jetzt noch mehr verstärkt. Viele hatten die letzte Bezeihung zu Gleichaltrigen vor Corona im Jahr 2019.

Wir können den jungen Leuten zwar ein Betätigungsfeld geben und ihr Wissen stärken, aber in diesem Bereich sind uns die Hände gebunden. Die aktuellen Corona-Regeln verbieten es.

War früher die Softwareinstallation einfacher?

Mit der Installation von JAVA und der Aktivierung unserer Software unter Windows hat so mancher seine Probleme. Als Lead-Admin bin ich dafür zuständig, dass diese Probleme aus dem Weg geräumt werden und jeder möglichst schnell zu seinem persönlichen Spielgenuß kommt.

Letztens hatte ich einen interessanten eMail-Wechsel mit einem Kunden. Er war sich nicht sicher, ob die Installation unter Windows 10 einfacher ist, als damals unter MS-DOS im Jahr 1994. Wir haben das Problem gemeinsam analysiert:

Heute benötigen wir vor allem die Installation von JAVA 8, bevor wir an die Installation von Tarock gehen können. Dank Oracle ist die Software millionenfach erprobt und seit wir einen Mirror in unserem Downloadverzeichnis angelegt haben, greift niemand mehr zur falschen Version. Die Installation unserer Software geht rasch und umkomplizert, wenn man mit der Rechtevergabe des Betriebsystems umgehen kann. Nachdem heute die Microsoft- und Applewelt eine scheinbare Sicherheit vermittelt und Steine in den Weg legt, um "fremde" Software zu stoppen, kann das mitunter schwierig werden. Wohlgemerkt: "fremd" heißt in diesem Zusammen "keine Zahlung der Lizenz-Zölle für die Installationserlaubnis". Trotzdem haben unsere Messungen gezeigt, dass wir mit 7 Minuten und 45 Sekunden (von der Erstellung des Accounts, Bestätigung der Registrierung, Bestellung im Shop, Aktivierung des Accounts, Installation der Software, erstes Einloggen in das Spiel) sehr gut liegen. Klar - alles könnte schneller gehen, aber das ist schon ein guter Wert.

Früher musste das richtige DOS (=Disc Operating System) gefunden werden. Eine Zeitlang existierten mehrere nebeneinander und nicht jedes war für Tarock geeignet. Dann braucht man den richtigen VESA - Grafiktreiber. Der allgemeine Treiber funktionierte nicht für alle Grafikkarten. Außerdem musste man sicherstellen, dass der verwendete Grafikmodus von Tarock verwendet werden konnte. Ein weiteres Problem war die Soundkarte. Damals existierten mehrere Standards parallel (Adlib, Roland, Soundblaster, ..). Nicht alle konnten die Sounds abspielen und manche brachten auch das System zum Hängen, wenn sie falsch verwendet wurden. Zuletzt waren auf der Hardwareseite in der ersten Version die Disketten und in der zweiten Version die CD-ROMs große Stolpersteine. Manche CD-Laufwerke weigerten sich den Kopierschutz zu akzeptieren. Lief die Software mal, dann konnte es Speicherprobleme geben, damalige Geräte warem oft mit sehr wenig Hauptspeicher ausgestattet.

Während heute unsere Software kontinuierliche Updates erhält, war es damals sehr schwer, einen Patch zu den Usern zu bringen. Wir befanden uns damals noch vor der kommerziellen Einführung des Internets und die ersten Datentransfers waren auch noch sehr teuer.

Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass jede Zeit ihre Schwierigkeiten für Software bereithält. Auch wenn es heute ein wenig einfacher geworden ist ... *g

Das Jahr 2022 aus Tarock-Sicht

Inzwischen ist unsere Produktpalette auf 3 Produkte angewachsen (Tarock XXer Rufen Online und SOLO bzw. Tarock Königrufen). Diese Produkte benötigen eine kontinuierliche Wartung inkl. Webseiten und Server. Zusätzlich läuft auch unser Suport klaglos und hilft 12 Stunden täglich / 7 Tage die Woche. Wir haben in erster Linie vor, diese Produktpalette (jeweils mit ihren Versionen Basis, Unterstützer, Gründer und Grenzenlos) auch 2022 weiter zu betreuen und zu verbessern.

Wir stehen auch in Verhandlung mit einem weiteren Tarock-Urgestein, welches wir uns für 2022 und 2023 wieder zurück in unsere Familie wünschen. Wenn wir ihn (so viel sei verraten) wieder zur aktiven Mitarbeit an der Programmierung bewegen können, wäre das ein großer Schritt für uns.

Um das Problem der weiteren Finanzierung anzugehen, werden wir in diesem Jahr auch verstärkt Kontakt zu Unternehmen aufnehmen. Wir haben uns einige Pakete ausgedacht, die für diese und deren Kunden bzw. Mitarbeiter interessant sein könnten. Auch hier sind wir im Gespräch mit einem Menschen aus der Marketingwelt, um das Projekt anzugehen.

Softwaretechnisch wollen wir Königrufen im Jänner und Februar in Bezug auf die Computerspieler noch weiter verbessern (aktuell sind wir gerade an den Ultimo-Ansagen). Danach (März) sollte die Gamma-Phase für Königrufen erklärt werden. Gleichzeitig wollen wir einige Stimmen einfangen, die uns ihre Wünsche zur weiteren Softwaregestaltung mitteilen und daraus dann die weiteren Schwerpunkte ableiten.

Im Sommer wollen wir uns mit einem erweiterten Launcher beschäftigen, der sowohl für Online- wie Offlinespiele der zentrale Startpunkt sein soll. Ähnlich dem Startprogramm anderer Spielehersteller sollen damit einige Installations- und Startprobleme erledigt sein.

Im Herbst wollen wir dann Königrufen Solo angehen und es vor Weihnachten fertig haben. Das ist ein ambitioniertes Ziel - mal sehen, ob sich das ausgeht.

Ihr seht - uns wird nicht langweilig. Hoffen wir, dass die äußeren Einflüsse auch dementsprechend sanft sind und wir ungestört unsere Arbeit machen können.

[Rubrik] User fragen ...

- In anderen Spielen gibt es die Möglichkeit sich für ein Testprogramm anzumelden. Habt ihr ein solches Programm?
Wir haben kein Testprogramm, welches extra beworben wird. Allerdings haben wir natürlich unsere Testversionen, die im Team die Runde machen und für die Kontrolle und Fehlerbereinigung von neuen Versionen eingesetzt werden. Diese Testversionen machen wir in Ausnahmefällen auch Usern zugänglich, die spezielle Themen eingebracht oder Fehler gefunden haben. Das sind - wie bei anderen Produkten auch - sogenannte "night-builds". Sie werden irgendwann in der Nacht hochgespielt und nur mangelhaft getestet. Sie können neue Fehler beinhalten bzw. manchmal Server zum Straucheln bringen. Da wir keine Quality-Management für derartige Fälle haben, können diese Versionen meistens auch nur auf unseren internen Testservern eingesetzt werden und sind daher für User nicht oder nur schwer zugänglich.

- Danke für die Installationsleitung unter Windows in eurer FAQ. Sie hat micht gerettet. Nur aus Interesse: was kostet so eine Entwicklergebühr bei Microsoft?
Grundsätzlich gibt Microsoft die Entwicklerrechte nicht selbst aus, sondern verweist die Entwickler an "unabhängige" Zertifizierungsstellen. Das ist ein ähnlicher Prozess wie die Bereitstellung der Zertifikate für das allseitsbekannte "HTTPS". Ein verwendete Zertifikate verhindert dann, dass sich Windows sträubt das Programm auszuführen. Dafür verlangen die Zertifizierungsstellen zwischen EUR 100,- und EUR 300,- im Jahr lediglich für die Windowswelt. Wohlgemerkt: Das kostet die Registrierung und dafür gibt ers dann die Möglichkeit die Software mit der Lizenz auszustatten. Allerdings - und das ist Crux an der Geschichte - kann man damit Software erzeugen, die zwar schadhaft ist (z.B. Miner, Trojaner, ...), aber von Windows durchgelassen wird. Damit ist es kein Schutz, sondern lediglich ein Geschäftsmodell, welches wir aktuell nicht unterstützen. Daher die Anleitung, wie man das unter Windows umgehen kann.

2022: rote oder blaue Pille?

Inzwischen läuft ja Matrix Teil 4 in den Kinos und kaum war die Frage so aktuell wie heute: nimmst Du die rote oder die blaue Pille? Wer jetzt überhaupt nicht weiß, worum es hier geht, dem sei die alte Matrix-Trilogie wärmstens ans Herz gelegt. Obwohl doch schon mehrere Jahrzehnte seit der Erstaustrahlung vergangen sind, wird man sich doch wundern, wie sehr wir in dieser Frage stecken.

Bleibt gesund!
Euer Tarock-Projektteam

TriangleProductions ist ein Business-Label von Spiel & Presse e.V.
http://www.triangle.at | https://www.tarock.at | ZVR 449871541